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Richter geben Angeklagtem eine Chance

47-Jähriger rastete im „Ausnahmezustand“ in einer Diskothek aus

MARI
   |   
14.02.2013
[134]

WITTMUND/AURICH
 – 

Es war eine Ausnahmesituation, die einen 47-jährigen Mann an einem Abend im August 2010 dazu brachte, seine Sorgen mit viel zu viel Alkohol zu ertränken. Seine damalige schwangere Verlobte und jetzige Ehefrau war zusammengebrochen und ins Wittmunder Krankenhaus gebracht worden. Sie hatte das Kind verloren.


Dass der Angeklagte viel tiefer als gewohnt ins Glas schaute, wäre nicht weiter schlimm gewesen. Aber der 47-Jährige war soviel Alkohol nicht gewohnt und wurde in einer Wittmunder Diskothek aggressiv, schlug einem Gast ins Gesicht und prügelte sich mit ihm am Boden, bis er selbst voller grüner und blauer Flecken war. Damit nicht genug. Auf der Polizeiwache, wo ihm eine Blutprobe entnommen werden sollte, war der Angeklagte auch nicht viel friedlicher und beleidigte die Beamten. Als er wieder nüchtern war, fehlte die Erinnerung an das ganze Geschehen. Das Amtsgericht Wittmund ging zwar davon aus, dass der Angeklagte zur Tatzeit nur vermindert schuldfähig war. Dennoch verhängte es eine Freiheitsstrafe von vier Monaten und zwei Wochen ohne Bewährung.


Der Grund lag im Vorleben des Angeklagten. Denn 2003 war der Monteur vom Landgericht Cottbus wegen bandenmäßiger illegaler Einschleusung von Ausländern, Waffen- und Drogenhandels zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.


Bewährung erhoffte er sich nun vom Landgericht Aurich. Die Erinnerung an die handgreifliche Auseinandersetzung war nicht zurückgekehrt. „Es kann wohl sein, dass alles so richtig ist, wie es in der Anklage steht“, räumte der Angeklagte ein. Bereits vor dem Amtsgerichtsprozess hatte er tätige Reue gezeigt und dem Opfer seiner Schläge 200 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Für das Opfer schien übrigens die Sache damit erledigt. Der Mann war als Zeuge weder zum Amtsgerichts-, noch zum Berufungsprozess erschienen.


„Er trinkt normalerweise kaum Alkohol. Das war damals auch das letzte Mal, dass ich ihn besoffen erlebt habe“, versicherte die Ehefrau vor Gericht. Den Eindruck eines skrupellosen Schlägers hinterließ der Angeklagte auch bei der Berufungskammer nicht. Seit seiner Haftentlassung hatte er einen „optimalen Weg“ genommen, hieß es. Er arbeitet fleißig bei ein und demselben Arbeitgeber, hat seine damalige Verlobte geheiratet. Das waren auch die Gründe, warum die Kammer zwar am Strafmaß nichts änderte, aber eine Bewährungschance einräumte. Als Auflage muss der Wittmunder 1500 Euro an die Knochenmarkspendedatei zahlen. Der Angeklagte strahlte nach dieser Entscheidung und nahm das Urteil sofort an.







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