ARTIKELARCHIV
Quelle: Anzeiger für Harlingerland, Rubrik: Tagesthema, Ausgabe vom 30.07.2010
| Ernte besser als erwartet |
| Wetterkapriolen wirkten sich nicht so schlimm aus wie erwartet |
Harlingerland/wja - Allerdings sind die Grünlanderträge nicht zufriedenstellend. Die vergleichsweise sehr trockenen Monate Juni und Juli lassen die Landwirte deutschlandweit Ernteeinbußen von zehn bis 20 Prozent erwarten. Auf den leichten Sandböden in Südoldenburg wurden sogar schon viele Maisflächen notgehäckselt. Begünstigt durch das maritime Klima, halten sich die Schäden für die Landwirte in unserer Region jedoch in Grenzen.„Der Regen der letzten Tage sorgt dafür, dass sich die Maiskolben noch weiterentwickeln“, so Dirk Risch vom Beratungsring Ostfriesische Küste. Allerdings wäre es günstiger gewesen, wenn der Niederschlag im Juli besser verteilt gekommen wäre. Laut dem Ringleiter sind die beiden letzten Maisernten überdurchschnittlich gut gewesen, dieses Jahr erwarte er im Harlingerland einen Ertrag von 40 Tonnen pro Hektar.„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, meint auch Rewert Wolbergs aus Ardorf. Der Landwirt, der 110 Hektar der Energiepflanze verfüttert oder für die eigene Biogasanlage anbaut, rechnet mit je fünf Prozent Verlusten durch Sturm und Trockenheit. Die Ernte werde im September anlaufen.Das gemähte Gras ist zwar von guter Qualität, jedoch erwartet der Ringleiter deutlich geringere Erträge. So sieht es auch Wolbergs: „Die Weiden waren Ende Juli total vertrocknet, der dritte Schnitt wird nicht mehr viel einbringen.“Während den Futterbaubetrieben der vor einer Woche einsetzende Regen gerade recht kommt, hätten sich die Getreidebauern gerne eine noch etwas längere Trockenphase erhofft. „Am vergangenen Wochenende haben wir mit dem Dreschen unserer Wintergerste begonnen“, erklärte Landwirt Heinrich Branding aus Funnixer Altengroden. Dort baut er auf der Seemarsch zudem noch Winterweizen an, weiteres Getreide befindet sich auf zum Teil sandig-lehmigen Geestböden in Willen. Gerade auf diesen Flächen konnte man im Juni sehen, dass die obersten Ährchen aufgrund der Trockenheit nicht mehr mit Körnern gefüllt werden. Mit dem Sturm habe das Getreide allerdings keinerlei Probleme gehabt, jedoch konnten die Pflanzen ihr im relativ kalten Frühling verzögertes Wachstum später nicht mehr kompensieren. Für Freude sorgen bei den Ackerbauern auf jeden Fall die im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserten Auszahlungspreise. So erhalten sie jetzt für eine Dezitonne Winterweizen etwa 16 Euro. |
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