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Bestandsaufnahme zur Weiterentwicklung

20 Studenten aus Hannover befassen sich mit Situation der Gemeinde Dornum

Von MARTINA RICKEN
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15.05.2013
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Architekt Hendrik Bloem: „Die Bauten der 1970er Jahre stören das historische Ortsbild der Gemeinde.“
DORNUMERSIEL
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Die Gemeinde Dornum könnte zum Forschungsgegenstand von Städteplanern und Architekten der Leibniz Universität Hannover werden. In der vergangenen Woche waren rund 20 Studenten zu Gast in der Gemeinde, um erste Feldforschungen zu betreiben. Die Arbeit der angehenden Wissenschaftler, Architekten und Städteplaner ist aber nicht akademischer Selbstzweck. Es geht um eine Bestandsaufnahme und Problemanalyse, um daraus möglicherweise Visionen für die Zukunft der Gemeinde zu entwickeln.


Die SPD-Fraktion im Dornumer Gemeinderat kam auf die Idee, sich angesichts der Probleme, die die Gemeinde zweifellos hat, an Experten zu wenden. Alwin Theessen, Sprecher der SPD-Fraktion hat verschiedene niedersächsische Universitäten angeschrieben und stieß bei Prof. Jörg Schröder auf reges Interesse. „Die Dörfer sterben weg. Wir sind eingekreist durch Naturschutzgebiete. Wie und wo können wir uns noch entwickeln? Das ist die Frage, um die es uns geht“, erklärte Alwin Theessen. „Wir dachten, dass es vielleicht gut ist, Experten zu Rate zu ziehen, jemanden, der von außen draufschaut. Und mich interessiert auch, was die jungen Studenten meinen, wo es hingehen sollte.“


Die jungen Studenten sammelten mit großer Begeisterung und Engagement vier Tage lang Daten, Fakten und Meinungen. Sie sprachen mit Fischern und Touristen, Gewerbetreibenden und Einwohnern, Vertretern von Institutionen und dem Bürgermeister. „Die Studenten waren sehr wissbegierig und stellten zwei Stunden lang viele Fragen“, berichtete Bürgermeister Michael Hook. „Ich finde, das alles sehr positiv und sehe es als eine gute Sache an. Für uns wäre es wichtig, dass uns die Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden und als Grundlage für weitere Planungen genommen werden können.“


Die Ergebnisse der Seminararbeit vor Ort sollen möglicherweise auch in Dornum präsentiert werden. Doch so weit ist es noch nicht. Die zahlreichen Fragebögen müssen ausgewertet, Bilder gesichtet, Rechercheergebnisse zusammengetragen werden.


„Wir befassen uns mit dem ländlichen Raum, mit Veränderungen der Lebenssituation, dem demografischen und auch dem Strukturwandel“, erklärte Diplomingenieurin Ines Lüder, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Regionales Bauen und Siedlungsplanung“. „Es geht um das spannenden Thema: Was braucht die Gemeinde, welche Strategien kann man anwenden, aber auch darum, welches Kapital die Gemeinde hat.“


Zum großen Kapital der Gemeinde gehört nach Ansicht von Diplomingenieur und Architekt Hendrik Bloem der Hafen von Dornumersiel. „Da kann man den Fischern bei der Arbeit zusehen. Das ist authentisch und nicht für Touristen inszeniert“, betont Bloem, der übrigens ein waschechter Ostfriese ist. Zu den Fehlern der Vergangenheit zählt er die Bauten der 1970er Jahre. „Die stören das Ortsbild extrem“, so Bloem, der in der Abteilung Planungs- und Architektursoziologie arbeitet. „Es geht nicht um Hochglanzarchitektur, sondern Planer und Architekten müssen Verantwortung übernehmen.“


Verantwortung ist für Alwin Theessen das Stichwort: „Wir haben in den letzten Jahren Flächen als Bauland verbraucht, aber die Bevölkerungszahl ist konstant geblieben. Das geht so nicht weiter.“ Ines Lüder und Hendrik Bloem haben beispielsweise zu diesem Bereich bereits eine praktische Idee. „Warum neues Bauland ausweisen, wenn es doch im Ortskern genügend Lücken gibt, die gefüllt werden können? Es geht ja auch darum, Ortskerne in dörflichen Strukturen als sozialen Raum und Treffpunkt lebendig zu halten.“


Es gibt viele Bereiche und Themen, mit denen sich die Wissenschaftler und Studenten beim Entwickeln einer Vision befassen. Tourismus und lebenswerter Wohnraum, lebendiges Dorfleben und Interessen der Gewerbetreibenden, Infrastruktur und Nahversorgung, Naturschutz und Landwirtschaft – alles sollte im Idealfall so miteinander verknüpft werden, dass jeder zu seinem Recht kommt und man gemeinsam einen Konsens findet.


Es geht um den ländlichen und dörflichen Raum der Gemeinde Dornum – und damit letztlich immer um die Menschen, die in ihm leben. Hendrik Bloem fasste es so zusammen: „Wir gucken was, wie, warum gebaut wird und natürlich auch für wen.“ Auf die Ergebnisse der Feldforschung darf man gespannt sein.







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