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„Wir müssen den Wind genau verstehen lernen“

„ForWind“ kommt bei der Erforschung von Offshore voran – Investitionen sollten sich auf jeden Fall lohnen

WJA
   |   
29.08.2013
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Die Nordsee ist weltweit eine der besten Standorte für Offshore-Parks.
WITTMUND
 – 

Forschung und Industrie verfolgen oft unterschiedliche Interessen, bestes Beispiel ist dafür momentan die Diskussion um die Offshore-Windparks. Während die Industrie diese Projekte langsam aus dem Auge zu verlieren scheint und die Politik offensichtlich die Weichen falsch gestellt hat, gibt es bei den für die Erforschung dieser Technik Verantwortlichen eine Hochstimmung. Dies wurde in den Ausführungen von Dr. Stephan Barth aus Jever, Geschäftsführer von „ForWind“, vor 60 Interessierten in der Wittmunder Sparkasse deutlich. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten Henning Schultz und Heinz Feldmann, ihres Zeichens Botschafter der Universitätsgesellschaft Oldenburg.


Und die Universitäten Oldenburg, Hannover sowie mittlerweile auch Bremen haben ihre Windenergieforschung in dem Zentrum „ForWind“ zusammengefasst. Seit zehn Jahren wird dort nun an inzwischen 14 verschiedenen Standorten geforscht und gelehrt. Der Hauptsitz von „ForWind“ ist die Universität Oldenburg , ein zentrales Thema ist die Nutzung der Offshore-Windenergie. „Eine Windmühle beinhaltet ein extrem kompliziertes System mit viel Elektronik“, stimmte Barth die Besucher denn auch gleich entsprechend ein. Außerdem sei Wind eine fluktuelle Energiequelle und müsse weiter erforscht werden, damit die Energiewende gelingen könne. So seien die Off-shore-Windparks komplexen Windströmungen ausgesetzt. Es gelte noch, den optimalen Abstand der Anlagen zueinander herauszufinden. Barth nannte übrigens einen entscheidenden Vorteil von Offshore- gegenüber Onshore-Windmühlen: „An Land reibt sich der Wind stark an dem Boden und an Bauten, dadurch entsteht ein turbulenterer Windkanal als auf hoher See.“


Überhaupt machten die Eigenschaften des Windes es den Menschen schwer, ihn rentabel zu nutzen. Schließlich wechsele der Wind ständig seine Richtung und Geschwindigkeit. „Wir müssen den Wind genau verstehen lernen“, war somit eine Schlussfolgerung des Geschäftsführers. Bei Offshore-Anlagen komme die Problematik der Tragstrukturen hinzu. So seien bei einer Wassertiefe von 40 Metern dreibeinige Träger notwendig, bei einer Wassertiefe von über 50 Metern müssten es sogar schwimmende Windenergieanlagen sein. Der sich momentan in der Diskussion befindliche Offshore-Windpark Riffgat stehe übrigens „nur“ 20 Meter über den Meeresgrund.


Überhaupt nicht verstehen kann der Jeveraner die mittlerweile aufgekommene Skepsis gegenüber der Offshore-Technik. So stellten während der sich anschließenden Diskussion einige Teilnehmer die Rentabilität von Offshore in Frage und forderten vielmehr eine verstärkte Erforschung der Energiespeicherung. Dem entgegnete Barth: „Wenn On-shore und Offshore erst richtig laufen, ergänzen sich die beiden Techniken wunderbar und man braucht kaum noch Speicherkapazitäten.“ Die Bevölkerung vergesse leicht, dass sich die Windenergieforschung durch eine schnell ansteigende Lernkurve auszeichne. Eine Windmühle sei außerdem eine kompliziertere Maschine als ein Flugzeug. Zwar gebe es auch in der Speicherforschung enorme Fortschritte, aber noch nicht für große Kapazitäten.


Des Weiteren brach der Geschäftsführer eine Lanze für die Nordsee als Standort für Offshore-Windparks, da es hier eine optimale Wassertiefe gebe. Außerdem wehe ein ausreichend starker Wind, ohne dass Extremwindsituationen vorlägen. Die Ostsee sei dagegen zu klein und von einer starken Schifffahrtsnutzung geprägt. Standorte in Richtung des Äquators hätten mit tropischen Winden zu kämpfen. Die Nordsee sei somit eine der weltweit besten Standorte für Offshore-Windparks. Barths Fazit: „ Hier entsteht ein Multimilliarden-Euro-Markt direkt vor unserer Haustür.“ Investitionen in diese Branche sind auf jeden Fall ein lohnenswertes Geschäft. Den erneuerbaren Energien fehle aber noch eine Lobby wie der Atomindustrie.







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