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Im Harlingerland nichts Vergleichbares

Geschichtsträchtige Burg Edenserloog wurde vor 1460 errichtet – Anwesen steht zum Verkauf

Von DETLEF KIESÉ
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13.01.2012
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Laut Bürgermeister Hass ist die Burg eine der Attraktionen in Werdum. Eine bauhistorische Untersuchung liegt vor.
WERDUM
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„Für eine Gemeinde, in der der Frem­denverkehr der ausschlaggebende Wirtschaftsfaktor ist, ist es wichtig, ein individuelles Gesicht zu haben, mit dem man sich von anderen unterscheiden kann. Wie geht dies besser als mit einer mittelalterlichen Burg?“, erklärt Axel Heinze vom Esenser Museum „Leben am Meer“, der vor sechs Jahren eine bauhistorischen Untersuchung der Burg Edenserloog in Werdum durch Menno Menenga (Krummhörn) initiiert hatte. Es gebe sonst nichts Vergleichbares im Harlingerland.


Nachdem die Besitzerin und langjährige Bewohnerin, Gesine Visser, am 6. Februar vergangenen Jahres 76-jährig gestorben ist, steht die das Ortsbild prägende Immobilie zum Verkauf. Im Internet bot Visser-Tochter Dr. Susanne Cullen, die in der Nähe von Münster lebt, die Burg samt eines 1400 Quadratmeter-Grundstückes im vergangenen Jahr für 420 000 Euro zum Kauf an, jetzt ist der Preis schon auf 300 000 Euro gesunken. Rechtsanwalt Menno Visser aus Emden hatte die Burg 1984 von dem Leeraner Peter Ehlebracht, Mitglied der Berliner Kabarettgruppe „Insterburg & Co“, erworben. Der wiederum hatte die Burg Edenserloog 1974 von der langjährigen Eigentümerfamilie Cramer übernommen, nachdem ein Areal für den eigenen Bedarf abgetrennt worden war. Im Vorjahr starb übrigens auch der seinerzeitige Besitzer, Landwirt Friedrich Wilhelm Cramer, im Alter von 81 Jahren.


Laut Menenga handelt es sich hier um das älteste und letzte profane Bauwerk des Harlingerlandes. Nach Analysen und umfangreichen Archivstudien wird die erhaltene Bausubstanz auf 1460 datiert. Die mit Wassergraben umgebene, mehrgliedrige Burg war ursprünglich aber wesentlich umfangreicher. Nach Erkenntnissen der 1667 verfassten „Geschichte des Hauses Werdum“ von Ulrich von Werdum (1632 - 1681) könnte die Burg sogar einen Vorläufer im 14. Jahrhundert gehabt haben. Der erhaltene Westflügel stammt noch aus dem Mittelalter. Die Familie von Werdum ließ die Burg einst mit Wehrtürmen errichten und mit einem Wassergraben umgeben. Zur Verteidigung versah man das Steinhaus mit Schießscharten. Vermutlich schon ab dem 17. Jahrhundert, begann man damit, die Burg Edenserloog landwirtschaftlich zu nutzen. Zu diesem Zweck ließ man unter anderem den Wohnturm abreißen.


Zuletzt hatte es Gesine Visser ermöglicht, interessierte Bürger und Gäste zu kleinen Führungen des Heimat- und Verkehrsvereins Werdum ins Haus zu lassen. Neben dem Gewölbekeller faszinierten hier im Grünen Salon der spätgotische Kamin aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sowie im Großen Salon ein über drei Meter hoher Delfter Kachelofen von 1737.


Werdums Bürgermeister Friedhelm Hass lobt das Engagement Gesine Vissers, die immer wieder Sanierungsmaßnahmen durchführen, neue Holzböden einziehen, die Wände hydrophobieren und die Statik im Gewölbekeller verbessern ließ. Hass: „Die Burg ist ,die’ Attraktion in unserem Marschendorf, eine der Sehenswürdigkeiten.“







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