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„Drückerkolonnen“ auf Mitgliederfang

Gemeinnützige Verbände wie der Naturschutzbund bedienen sich fragwürdiger Werbemethoden

Von MANFRED HOCHMANN
   |   
24.08.2012
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Auch im Harlingerland ziehen Studenten von Tür zu Tür, um Beiträge zu kassieren.
HARLINGERLAND
 – 

Unter dem Deckmantel des Naturschutzes oder anderer gemeinnütziger Arbeit gehen Studenten auf Mitgliederfang. Angeblich dienen sie dabei nur der guten Sache, tragen ein T-Shirt etwa des Naturschutzbundes (Nabu). In Wirklichkeit aber handelt sich um bezahlte Kräfte einer Werbeagentur.


„Studenten informieren über die Arbeit des Naturschutzbundes“ – unter diesem Motto startete auch der Nabu Ostfriesland im August eine Aktion, speziell im Landkreis Wittmund (wir berichteten). Wie sich jetzt herausstellte und nachweisen lässt, handelt es sich keineswegs um Nabu-Kräfte, die über ihre Arbeit informieren. Die Studenten sind im Auftrag der Werbeagentur Wesser aus Stuttgart unterwegs. Ihr geht es keineswegs um die hehren Ziele der Umweltverbände, sondern schlicht darum, möglichst viele Beitragszahler zu rekrutieren. Auf ihrer Internetseite etwa wirbt Wesser damit, „über fünf Millionen Fördermitglieder für unsere Kunden (Rotes Kreuz, Johanniter, Nabu & Co.) geworben“ zu haben. Nur wissen die zur Unterschrift Überredeten oft gar nicht, dass sie von einer gewerblichen Agentur geworben wurden, die einen beträchtlichen Teil der Mitgliederbeiträge zunächst für sich und die Werber kassiert. Ein gut bezahlter Ferienjob, wie Wesser selbst schreibt.


Die Kritik an den Methoden wird lauter, Passanten und Angesprochene meldeten sich in der Redaktion und berichteten über ihren Erfahrungen. Beispiel: „Ich wurde aggressiv aufgefordert, in den Naturschutzbund einzutreten. Das erinnerte mich an Drückerkolonnen. Als ich die Studenten auf konkrete Umweltthemen in der Region ansprechen wollte, zeigten sie sich ahnungslos.“


Dem Nabu Ostfriesland sind diese Beschwerden bekannt, wie Roland Morfeld vom Regionalbüro Ostfriesland in Wiegboldsbur auf Nachfrage des HARLINGER einräumt. „Darüber wurde bei uns schon oft diskutiert. Aber wir selber können schließlich nicht jeden ansprechen, der bei uns Mitglied werden möchte“, so Morfeld. Eine gewisse „Affinität zum Nabu“ sei bei werbenden Studenten vorhanden. Keiner der Angesprochenen solle unter Druck gesetzt werden. Unterm Strich gehe es darum, den Umweltschutzgedanken zu stärken, und dies funktioniere nicht ohne finanzielle Hilfe. Zwar gehe ein Teil der Mitgliedsbeiträge an die Wesser-Agentur, aber dies nehme man in Kauf, sagte Morfeld.







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