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Auf den Spuren der ostfriesischen Vorfahren

Ostfriesische Landschaft präsentiert Katalog zur Ausstellung „Land der Entdeckungen“

Von WERNER JÜRGENS
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27.02.2013
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Das neue Nachschlagewerk bietet spannende Einblicke in die Vergangenheit.
AURICH
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„Haste mal Feuer?“, sagte der eine Mann zum anderen. Was auf den ersten Blick wenig spektakulär anmutet, bekommt eine völlig neue Perspektive, wenn man sich vor Augen führt, dass eine solche Situation bereits weit über zehntausend Jahre vor Christi Geburt in Ostfriesland passiert ist. Den Beleg dafür liefern archäologische Funde, wie sie derzeit auch in der Ausstellung „Land der Entdeckungen“ im Emder Landesmuseum zu sehen sind. Ergänzend dazu gibt es vom Norder SKN Verlag jetzt einen opulenten und farbenprächtig ausgestatteten Katalog.


Die eingangs erwähnte Szenerie bezieht sich auf winzig kleine Feuersteinsplitter, die bei Ausgrabungen im Industriegebiet in Sandhorst zutage gefördert worden sind. Aus ihnen lässt sich rekonstruieren, dass sich dort irgendwann in der Steinzeit Vorfahren von uns eine Feuerstelle eingerichtet haben müssen. Wie haben sie und ihre Nachfahren es geschafft, im Einklang mit den Naturgewalten zu leben? Welchen Einfluss hatten die weitläufigen Moore auf sie? Warum wurden welche Schätze verborgen? Wie und wann haben sich Herrschaftsstrukturen herausgebildet? Auf diese und etliche andere Fragen hält der großformatige Katalog auf rund 480 Seiten vielerlei Antworten parat. Nicht zuletzt dank enger Kooperation mit Museen aus den niederländischen Provinzen Drenthe, Groningen und Friesland, dürfen sich die Besucher der Ausstellung wie auch die Leser des Kataloges sozusagen auf jede Menge neuer alter Sachen freuen.


„50 Prozent, wenn nicht sogar 75 Prozent“ beträgt nach Schätzung von Kegler die Zahl der Ausstellungsstücke, die im Rahmen von „Land der Entdeckungen“ erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Eines der herausragenden Objekte ist die „Sonnenscheibe von Moordorf“. Die kunstvoll verzierte Goldscheibe stammt aus der Nordischen Bronzezeit (1500 – 1300 v. Chr.). Sie wurde 1910 in Moordorf in einem Torfgraben entdeckt und landete bei einem Schrotthändler. Der verkannte ihren wahren Wert und verkaufte einfach weiter – als Altmetall. 1926 gelangte die Scheibe in den Besitz des Landesmuseums Hannover, wo sie anschließend aufbewahrt wurde. Neben solchen „Highlights“ haben aber andere, vermeintlich unscheinbarere Fundstücke - wie beispielsweise jene eben erwähnten Feuersteinsplitter - eine mindestens „genauso tolle Geschichte zu erzählen“, wie Kegler unterstreicht.


Die Zeitspanne, die dokumentiert wird, reicht von der Jungsteinzeit bis in die frühe Neuzeit. Analog zur Ausstellung gliedern sich die Kapitel im Buch in Schwerpunkte, die nach bestimmten Oberbegriffen sortiert sind. Bei „Angepasst“ dreht sich alles darum, wie die Menschen früher versucht haben, mit landschaftlichen und witterungsbedingten Gegebenheiten und Widrigkeiten klarzukommen. Unter dem Motto „Mächtig“ wird der Umgang mit den Insignien der Macht näher erläutert. „Fremd“ beschäftigt sich mit frühzeitlichen „Importschlagern“, nämlich Dingen, die aus irgendeinen Grund von außerhalb nach Ostfriesland gebracht worden sind. Spannung pur verspricht die Überschrift „Verborgen“. Da geht es nämlich um verborgene Schätze.


Inhaltlich haben sich die Autoren bemüht, für archäologische Laien verständlich zu formulieren, allerdings „ohne dass man sich als Wissenschaftler für die Texte schämen müsste“, wie Kegler bemerkt. „Auf 480 Seiten ist so ein deutsch-niederländisches Standardwerk zur Archäologie dieser Region entstanden“. Die Kölner Fotografin Christina Kohnen hat die Fundstücke in spannendes Licht gerückt. So erfüllt dieser Katalog über das archäologische Fachwissen hinaus auch einen ästhetischen Anspruch. Diese Leistung ist nach Angaben des Projektleiters umso höher einzuschätzen, da sämtliche Autoren, die übrigens komplett auf ihr Honorar verzichtet haben, lediglich ein Jahr Zeit hatten, um ihre Artikel fertigzustellen.s


Der Band ist ab sofort für 34,80 Euro im örtlichen Buchhandel oder über die Ostfriesischen Landschaft erhältlich.







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