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Kommentar: 9. November - Schicksalstag der Deutschen

Redakteurin Cornelia Lüers gedenkt dem übergangenen Feiertag

LIA
   |   
08.11.2019
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JEVER
 – 

9. November – Schicksalstag der Deutschen. Das Ausrufen der deutschen Republik 1918, die Novemberpogrome 1938 und der Fall der Mauer 1989. Wendepunkte in der deutschen Geschichte, und alle fallen sie auf diesen einen Tag. Bis zur Wendezeit war dieser überschattet vom Grauen der Pogromnacht. Ein belasteter Tag, ein dunkles Kapitel.


Und dann bricht an eben jenem Novembertag vor 30 Jahren der große Jubel aus. Die Mauer fällt und damit ein System, das in 40 Jahren Leid über viele Menschen gebracht hat. Die Freiheit, die quasi über Nacht kommt, bringt unendliche Freude und öffnet Türen. Aber sie bringt mit der Zeit auch Ausweglosigkeit und das Gefühl, Bittsteller im eigenen Land zu sein. Zum Teil bis heute.


Der 9. November ist voll von deutscher Geschichte. Ein gewichtiger Tag, der es würdig wäre, zum Gedenktag ernannt zu werden. Doch die Last der Vergangenheit drückt derart, dass die friedliche Revolution vor 30 Jahren es nicht schafft, ja, bei den vorherrschenden Denkstrukturen der Politik gar nicht schaffen kann, ihre historische Bedeutung an diesem Tag in unserem Kalender zu verankern.


Stattdessen ist der 3. Oktober ein Feiertag. Zu dem die Menschen im Land null gewachsene Beziehung haben. Von oben aufgesetzt, ein Kompromiss, ein freier Tag eben, an dessen Vorabend vielerorts zu Partys und Feiern unterschiedlichster Art eingeladen wird – das bringt Geld, und am nächsten Tag kann man ja ausschlafen.


Emotionen, Erinnerungen und Gefühle aber kommen am 9. November hoch. Für jedes der genannten geschichtsträchtigen Daten. Und die Menschen heute wären mit Sicherheit dazu willens und in der Lage, ihren Schicksalstag gebührend zu begehen und der Menschen und Ereignisse, die im Abstand von Jahrzehnten ihr Land geprägt haben, würdig zu gedenken.


Den offiziellen Titel des Feiertags trägt der 3. Oktober, der Gedenktag der Herzen ist und bleibt der 9. November.


Den Autor erreichen Sie unter cornelia.lueers@jeversches-wochenblatt.de






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Autor des Artikels
Cornelia Lüers (LIA)
Jever
Lokalredaktion
Telefon: (0 44 61) 9 44 - 2 82
Fax: (0 44 61) 9 44 - 2 99
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