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„Die Flüchtlinge sind mit ganz wenig zufrieden“

Die 21 Jahre junge Verwaltungsfachangestellte Maike Harms-Neunaber kümmert sich um Flüchtlinge

HIN
   |   
09.09.2015
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Mit der 23-jährigen
FRIEDEBURG
 – 

Die 23-jährige syrische Freundin Nauroz ist nur zwei Jahre älter als sie selbst, hat zwei Kinder. Tochter Christina wurde im Krankenhaus Wittmund geboren. Das neue Leben und die Freundschaft mit der jungen Frau, die mit ihrer Familie im Winter aus der Heimat geflohen ist, gehört zu den schönsten Erlebnissen von Maike Harms-Neunaber, Verwaltungsfachangestellte für kommunale Angelegenheiten.


Die junge Frau aus Hesel hat 2010 im Rathaus Friedeburg ihre Ausbildung begonnen und schnell den Wunsch entwickelt, im Berufsleben mit Menschen zu tun haben zu wollen.


„Dankbare Menschen“


Der Wunsch ging Anfang dieses Jahres in Erfüllung. „Es hat sich so ergeben durch die Ankunft der Flüchtlinge in der Gemeinde“, erinnert sie sich. Sie hat zuletzt im Ordnungsamt gearbeitet. Dort ist sie auch jetzt „beheimatet“. Doch wenn Flüchtlinge in Friedeburg ankommen, muss die Hilfe ganz schnell gehen. Maike Harms-Neunaber handelt sofort. „Die Menschen sind sehr dankbar. Sie sind glücklich, dass sie hier leben können. Sie sind mit ganz wenig zufrieden“, sagt sie.


Ein wenig war es wie der Sprung ins kalte Wasser, als die Arbeit, sich auf Gemeindeebene um die „Neubürger“ zu kümmern, auf sie zukam. Aber Maike Harms-Neunaber ist glücklich mit diesem Schwerpunkt. Anfangs sei sie wie alle Friedeburger skeptisch gewesen. Wie es wohl sein würde mit den ausländischen Mitbewohnern, fragte sie sich wie alle anderen. Inzwischen sind Menschen wie Nauroz zu Freunden geworden, die sie auch in der Freizeit gerne trifft. Die Menschen aus Syrien sind sehr gastfreundlich. „Immer wird erst mal eine Tasse Kaffee gekocht“, sagt Maike Harms-Neunaber.


Viele sind traumatisiert


Eine Woche, bevor die Flüchtlinge in die Gemeinde kommen, erfährt Maike Harms-Neunaber von ihrer Ankunft. Dann kümmert sie sich um die Unterkunft und um den Kontakt mit Integrationslotsen, ohne deren Hilfe sie ihre Arbeit nicht leisten könnte. Noch gibt es genügend Plätze für die Menschen. „Solange wie es keinen Ansturm gibt“, setzt Maike Harms-Neunaber hinzu.


Sie hat großes Mitgefühl mit den Flüchtlingen. „Die meisten haben einen langen und auch gefährlichen Weg hinter sich. Einige sind traumatisiert. Ich kann ihnen dann nicht helfen – nur zuhören, wenn sie erzählen“, sagt die junge Frau, die sich Zeit nimmt für ihre Schützlinge. Ihr Englisch ist besser geworden, arabisch kann sie brockenhaft. Verständigung mit Händen und Füßen beherrscht sie bereits.


Sie weiß von einem Flüchtling in Friedeburg, der eine psychologische Behandlung eines Therapeuten wahrnimmt, der sich auf Traumata bei Flüchtlingen spezialisiert hat.


Mit Flipflops im Rathaus


„Man kann es sich nicht vorstellen, was die Menschen mitgemacht haben. Was sie gefühlt haben, als sie alles hinter sich ließen. So etwas haben wir eben noch nie selbst erlebt“, sagt sie, passives Mitglied im Heseler Schützenverein, in fes-ten Händen und sportlich aktiv. Sie hat es gelernt, mit dem, was sie von den Familien hört, umzugehen. „Und wenn man eine Weile nichts von ihnen hört, geht es ihnen gut“, sagt sie schmunzelnd. Sie ist froh darüber, dass die Menschen ihr Vertrauen schenken und ihr auch sagen, was ihnen fehlt. Dann hilft sie, wenn sie kann.


Die junge Friedeburgerin ist häufig Vermittlerin zwischen den Behörden und den Integrationslotsen. Das hilft, manches Problem viel schneller zu lösen. Und manchmal muss es schnell gehen: So stand in der vergangenen Woche ein Sudanese im Rathaus. Mit Flipflops und T-Shirt bekleidet und pitschnass, weil er durch einen Regenschauer gekommen war. So stand er vor ihr und wusste nicht weiter. Kurz davor waren zehn von zwölf angemeldeten Männer aus dem Sudan in Horsten angekommen.


Maike Harms-Neunaber griff zum Telefon und klärte, ob denn der Neuankömmling im Rathaus wohl einer dieser Gruppe sein könnte. „Glücklicherweise war es so. Ich habe ihn ins Taxi gesetzt, und er ist erst einmal in seinem neuen Zuhause angekommen.“


Warum so viele Männer alleine die Flucht nach Deutschland antreten und Frau und Kinder zurücklassen, weiß sie nicht. „Vielleicht meinen sie, dass sie hier erst einmal Geld verdienen können, um ihre Familien dann nachholen zu können“, vermutet sie.







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Autor des Artikels
Heidi Hinrichs (HIN)
Wittmund
Lokalredaktion
Telefon: (0 44 62) 9 89 - 2 76
Fax: (0 44 62) 9 89 - 1 99
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