Macher vor Ort
Wählen Sie den Suchtyp aus.
  • Website
  • Web
 
Bildergalerie
Bilder aktueller Veranstaltungen aus der Regionjetzt ansehen
Lesershop
„Handel im Wandel“ – Jetzt auch als Buch!zum Lesershop
<<
[1/1]Lesershop

Konfettiregen auf Deutschlands größtem Elektrofestival

Jana Treptow hat für uns das Parookaville-Festival besucht

Von JANA TREPTOW
   |   
27.07.2018
[0]

 
Das Elektrofestival gibt es seit 2015. Rund 80 000 Besucher feiern seitdem die fiktive Entstehungsgeschichte.
WEEZE/HARLINGERLAND/FRIESLAND
 – 

Langweilige Acts, schlechter Sound und miserables Essen – all das konnte sich das diesjährige Parookaville-Festival im nordrhein-westfälischen Weeze nicht auf seine Fahne schreiben. Stattdessen glänzte das Erlebnisevent mit erstklassigen Künstlern, interessanten Attraktionen und einem gelungenen Konzept. Zahllose Konzerte und Festivals habe ich nun schon hinter mir. Doch keines hat mich so sehr geflasht wie das Parookaville 2018. Allein die Tatsache, dass mehr als 250 Künstler auf zehn Bühnen auftreten, ist schon eine Ansage. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Event in diesem Jahr erst in die vierte Runde ging und bereits zum vierten Mal in Folge restlos ausverkauft war.


Parookaville ist allerdings kein normales Dance-Festival, sondern ein Showkonzept-Event, dessen Premiere 2015 so rasant durch die Decke ging, dass der Vorverkauf 2017 bereits binnen 48 Stunden seine Pforten schloss.


Für ein Wochenende im Sommer erwacht der kleine Ort Parookaville auf dem Flughafen in Weeze zum Leben. Während dieser Zeit erfreuen sich dessen „Einwohner“ über das, was glückliche Bürger zum Leben brauchen: von einem eigenen Postamt bis hin zu einer Kirche, in der nach Lust und Laune geheiratet werden kann.


Nach langem Warten ging es am vergangenen Freitag auf den Weg zum ehemaligen Militärflughafen der Royal Air Force in Weeze, in und um dessen Bunker das Spektakel stattfinden sollte.


Auf dem Gelände angekommen, stürzte ich mich in die 150 000 Quadratmeter große City of Parookaville mit seinen 80 000 Einwohnern. Ich brauchte ein bisschen, um all die Eindrücke auf mich wirken zu lassen und mich zu orientieren. Zu geflasht war ich von der futuristischen Kulisse der Stadt und den bezaubernd aussehenden Einwohnern. Im Vergleich zu anderen Festivals erstaunte mich von Beginn an die besonders Detailverliebtheit. Handbemalte Wegweiser ebneten den Weg, bizarre Gestalten im Steampunk-Design zogen alle Blicke auf sich, und die vielen Orte und Attraktionen der Stadt waren zu schön, um wahr zu sein.


Damit eine Stadt funktionieren kann, bedarf es selbstverständlich einiger Institutionen, darunter auch ein Rathaus. Es ist nach historischen Plänen errichtet worden und ein beliebter Treffpunkt im Herzen der Stadt. Neben einer Kirche überblickt das Monument des Gründervaters Bill Parooka mit sieben Metern sein gesamtes Vermächtnis.


Unmengen warmer Sand nahmen mich im „Desert Valley“ in Empfang, und ich hatte glatt das Gefühl, in den Urlaub gefahren zu sein. Nur ohne Meer. Dafür mit Palmen, Hängematten und sogar einigen Fahrgeschäften. Bei einem gemütlichen Spaziergang durch den „City Forest“ entdeckte ich die Upcycling-Kunstwerke der Weezer Künstlerin Nadine Lou Nebel, die sie aus alten Fahrradteilen kreiert hatte. Auch der „Sprayer der Stars“ war zu Besuch in Parookaville. René Turrek ist Urban Art-Künstler und zauberte auf dem Festivalgelände ziemlich grandiose 3D-Bilder, die nicht nur mich staunen ließen.


Abseits der großartigen Attraktionen und musikalischen Wohlklängen empfand ich den „Food-Court“, also die Essens-Meile, als ein absolutes Paradies für Foodies. Das i-Tüpfelchen der gesamten Kulisse stellten mit Abstand die zehn Bühnen dar, auf denen sich Beats, Flammen und Strobolichter jagten. Viele Acts präsentierten ihre Beats außerdem sneaky in einem der Hangars, was schon eine unfassbare Atmosphäre an sich schaffte. Dropt dann noch der Bass und die Flammen schießen in die Höhe, kann es kaum schöner sein. Doch mein persönliches Highlight war die offizielle Parookaville-Zeremonie am Samstagabend auf der Hauptbühne. Die 200 Meter breite Mainstage „The Auditory“ ist eine retro-futuristische Kommunikationsstation, erbaut nach den Plänen von Bill Parooka und mit 37 Metern Höhe die fetteste Festivalstage in ganz Europa. Also an sich eigentlich schon gigantisch genug. Vor dem Auftritt des DJ-Duos Axwell ? Ingrosso erlosch plötzlich das Licht, und alles wurde still. Einige Minuten später fingen Bühnenlichter an zu flackern und eine männliche Stimme aus den Boxen eröffnete die Zeremonie. Es schossen meterhohe Flammen in die Luft, und ein Meisterwerk der Pyrotechnik erhellte den dunklen Nachthimmel.


Noch nie zuvor war ich so fasziniert und sprachlos zugleich. Es war ein grandioses Spektakel, das wahrscheinlich nicht nur mir absolutes Gänsehautfeeling bescherte. Noch nie zuvor habe ich so ausgelassen im Konfettiregen getanzt.







Leserkommentare


Noch keine Kommentare | Erstelle einen Kommentar
 

ePaper lesenePaper Grafik

Jetzt anmelden
Noch nicht überzeugt?
»Jetzt kostenlos testen!
 
WhatsApp-Service
 
 
 
 
Top-Services
Shop JW Blog Wsdh Rat
BL-Tipp Events Karriere Abo Meinung