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Landesbühne Nord bringt „Nathan der Weise“ auf die Bühne

Premiere am Sonnabend

PIA
   |   
18.10.2017
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Regisseur Jochen Strauch will mit Konflikten, moderner Herangehensweise und Sprache des Klassikers überzeugen.
WILHELMSHAVEN
 – 

1783 wurde das Stück „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing das erste Mal aufgeführt und fiel so gnadenlos durch, dass es für die kommenden 20 Jahre nicht mehr gespielt wurde. Ihn hätte das nicht gewundert, da er das Stück selbst als „unspielbares Lesedrama“ bezeichnet hatte, das wenig Wirkung auf der Bühne hätte. Dass das Stück knapp 200 Jahre später zu einem der meist gespielten Stücke überhaupt gehört, hätte er deswegen wohl nie vermutet.


Für einen Regisseur kann sich diese Tatsache jedoch als Fluch gestalten, da das Publikum teilweise schon mehrere Aufführungen des Klassikers gesehen hat. Der Aufgabe dem alten Text neues Leben einzuhauchen stellt sich jetzt Jochen Strauch und inszeniert „Nathan der Weise“ für die Landesbühne Niedersachsen Nord. Dabei war es ihm wichtig, einen eigenen Zugang zum Stück zu finden. „Auch ich habe Nathan schon oft gesehen. Sowas schiebe ich aber alles beiseite und konzentriere mich auf den Text und will so an den Ursprung der Geschichte gelangen.“ Zusammen mit Dramaturgin Saskia Zinsser-Krys arbeitete und vor allem kürzte er den Klassiker zurecht. „Wir wussten schon vorher, dass das Aufklärungsdrama über das Zusammenleben der Religionen in Jerusalem, Ende des 12. Jahrhunderts, für ein Toleranz und Menschlichkeit plädiert, aber erst als wir den Text halbiert hatten, kam die Essenz des Stückes zum Vorschein“, sagt Zinnser-Krys. So sei das Stück, wenn Konfliktpotenzial der Personen und der Religionen mit der aktuellen politischen Lage vergleiche, derzeit „das Stück der Stunde“.


Mit dem gekürzten Text ging Regisseur Strauch dann an die szenische Arbeit. „Ich arbeite ganz viel mit den Schauspielern und will, dass auch sie von der Thematik elektrisiert werden. Das ist geglückt, sodass wir jetzt eine Geschichte erzählen, die auf verschiedenen Eben und Erzählsträngen funktioniert. Das ist aber nur möglich, weil Lessings Stück erschreckend aktuell ist.“ Zwar bedient sich Regisseur Strauch an modernen Mitteln des Modernen Theaters, wie zum Beispiel Video-Screens, ihm war es aber wichtig die Sprache des Klassikers beizubehalten. „Es muss immer noch ,Nathan der Weise’ sein, was das Publikum zu sehen bekommt.“ Dennoch ist es sein Bestreben, dass sowohl erfahrene Theatergänger ein neues Erlebnis haben, als auch Schüler das Stück, welches als Abiturthema in den Lehrplänen steht, als eine aufregende neue Erfahrung wahrnehmen würden. Im Hinblick auf die Vorstellungen (Esens 14. November, Jever 17. November, Wittmund 14. Dezember) und die Premiere am Sonnabend sagt er, dass das Publikum auf jeden Fall bereit sein müsse, sich auf ein Plädoyer für Toleranz einzulassen.







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Autor des Artikels
Pia Miranda (pia)
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