Macher vor Ort
Wählen Sie den Suchtyp aus.
  • Website
  • Web
 
Bildergalerie
Bilder aktueller Veranstaltungen aus der Regionjetzt ansehen
Lesershop
"Ich habe Hunger. Was nun?" - Das beliebte Kochbuch!zum Lesershop
<<
[1/1]Lesershop

Reif für die Insel: Ein Jahr auf Norderney

Judith Polley macht einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst im Thomas-Morus-Haus

Von JUDITH POLLEY
   |   
20.02.2015
[0]

 
Trotz der täglichen Arbeit fühlt es sich an wie Urlaub.
 – 

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich zusammen mit meiner Mutter und einem voll gepackten Auto aus Wittmund Richtung Norddeich Mole losfuhr, um von dort mit der Fähre nach Norderney zu fahren. Es war der Start in einen neuen Lebensabschnitt, der den Auszug von zu Hause bedeutete – aber ich habe es nicht bereut. Seit Anfang August vergangenen Jahres absolviere ich nun den einjährigen Bundesfreiwilligendienst in der Fachklinik Thomas Morus, einem Mutter- und Vater-Kind-Kurheim.


Über das Bistum Osnabrück der katholischen Kirche hatte ich mich zuvor für einen Bundesfreiwilligendienst beworben und musste dabei mehrere mögliche Einsatzstellen angeben. Als ich dann den Brief erhielt, in dem stand, dass ich die Stelle auf Norderney bekomme, habe ich mich sehr gefreut.


Seit meiner Ankunft auf Norderney mache ich nun jeden Morgen um sieben Uhr eine kleine Fahrradtour gen Westen zu meinem Arbeitsplatz. Je nach Wetter kann das unterschiedlich anstrengend oder gemütlich sein. Da vermisst man doch manchmal ein Auto. Aber ich bin ja nicht aus Zucker und habe mir daher als erstes eine Regenhose gekauft, die mich vor dem gelegentlichen ostfriesischen Schmuddelwetter jedenfalls etwas schützt.


Meine Aufgabe in der Fachklinik Thomas Morus ist die Betreuung der drei- bis zwölfjährigen Kinder, wobei diese in drei Altersgruppen aufgeteilt sind. Ich mache also den Spagat zwischen Pampers wechseln und Pubertät. Meistens bin ich allerdings in der Altersgruppe der drei- bis sechsjährigen Kinder. Wenn ich morgens ankomme, beginnt die Kinderbetreuung mit einem gemeinsamen Frühstück – das bedeutet für mich: Brötchen für die Kleinen schmieren. Danach gibt es Bastelaktionen, Spiele oder eine Erkundungstour zu einem der vielen Spielplätze der Insel. Sehr beliebt ist auch Muscheln sammeln am Strand oder einfach nur im Sand spielen. Den älteren Kindern helfe ich öfter bei ihren Hausaufgaben. Mittags wird noch einmal gemeinsam gegessen, bevor die Kinder den Rest des Tages mit ihren Müttern oder Vätern verbringen. Dann ist mein Arbeitstag beendet und wenn gutes Wetter ist, gehe ich oft gerne noch an den Strand.


Auf einer Insel zu wohnen, ist schon etwas ganz Besonderes. Es ist für mich eine schöne Vorstellung, ein Jahr bleiben zu dürfen, während viele nur für einen Urlaub herkommen. Wenn ich auf der Fähre Richtung Festland sitze, habe ich das sichere Gefühl: Ich komme wieder. Bis jetzt war ich nur im Sommer bei schönem Wetter und mit vielen Touristen auf einer Insel – nun erlebe ich alle Jahreszeiten mit und lerne das Leben außerhalb der Hochsaison kennen, denn dann kehrt auf der Insel Ruhe ein und Baustellen prägen das Bild.


Auch das WG-Leben bietet immer wieder Abwechslung. Ich wohne mit anderen Freiwilligen zusammen, mit denen ich mich super verstehe, obwohl wir uns vorher nicht kannten. Ich habe mich schnell zu Hause gefühlt und bin nie alleine, wenn ich von der Arbeit komme. Häufig unternehmen oder kochen wir noch was zusammen. Kleine Diskussionen um den Putzplan gehören dabei glaube ich einfach dazu. An meine Abreise am 31. Juli möchte ich jetzt noch keinen Gedanken verschwenden, denn ich weiß, dass es für mich nicht leicht werden wird, die Insel zu verlassen. Ich bin froh, mich für einen Bundesfreiwilligendienst entschieden zu haben. Denn dadurch habe ich viele neue Erfahrungen gemacht und neue Freunde gefunden. Ich habe einen Einblick in das Arbeitsleben erhalten und manche Probleme und Stressphasen miterlebt. Zudem konnte ich lernen, wie es ist, ein selbstständiges Leben zu führen. Ich kann daher jedem empfehlen, auch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst zu machen. Es macht wirklich Spaß.







Leserkommentare


Noch keine Kommentare | Erstelle einen Kommentar
 

ePaper lesenePaper Grafik

Jetzt anmelden
Noch nicht überzeugt?
»Jetzt kostenlos testen!
 
WhatsApp-Service
 
 
 
 
 
Top-Services
Shop JW Blog Wsdh Rat
BL-Tipp Events Karriere Abo Meinung