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Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Kükentöten

Verbände engagieren sich gegen Töten von männlichen Küken

Von JIM THATER
   |   
12.06.2019
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FRIESLAND/OSTFRIESLAND
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Die Tierschutzverbände warten schon lange auf eine Änderung und fordern, dass das massenhafte Morden von männlichen Küken durch Gas ein Ende haben soll. Ob die Forderung der Tierschützer erfüllt wird, wird sich im Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag, 13. Juni, in Leipzig zeigen. Bei dem Gerichtsprozess ist ausschlaggebend, welche Alternativen es zum Massentöten gibt.

Kritik am System der Kükenzucht

Der Deutsche Tierschutzbund versucht schon seit Jahren gegen das massenhafte Kükentöten vorzugehen. Denn dieser vertritt laut Pressemitteilung die Meinung, dass das aus dem „Ruder gelaufene System der Hochleistungszucht“ insgesamt beendet werden müsse. Laut des Bundesagrarministeriums werden jährlich 45 Millionen Junghähne vergast. Der Grund dafür ist, dass männliche Küken aus zuchttechnischer Sicht keinen Nutzen haben, weil sie keine Eier legen und schlecht wachsen. Zudem merkt Agrarexpertin Katrin Wenz vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an: „Das ist keine Lösung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierzucht, denn Hennen müssen auch weiterhin Höchstleistung erbringen“. Sie ergänzt: „Der BUND fordert hier ein grundsätzliches Umdenken“.

Wie wird das Töten der männlichen Jungtiere begründet?

Schon im Jahr 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Münster eine Klage gegen eine Kükenbrüterei aus Senden (Nordrhein-Westfalen) angestrengt, in der massenhaft Küken getötet wurden. Das Landgericht Münster ging nicht gegen die Kükenbrüterei vor und argumentierte dies damit, dass ein „vernünftiger Grund“ existiere. Dieser ist ökonomisch gesetzlich festgelegt. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes dürfen Tiere getötet werden, wenn eine solche Legitimation vorliegt, so das Gericht. Die toten Küken werden teils als Futter an Zoos gegeben.

Geschlechtsbestimmung als Alternative

Die Idee, durch ein hormonelles Verfahren das Geschlecht des Embryos zu beeinflussen, wird für etwa 380 Rewe- und Penny-Filialen in Berlin umgesetzt. Die Rewe- und Penny-Märkte verkaufen diese sogenannten „Respeggt“ Eier. Die Rewe Group teilte in einer Pressemitteilung mit, dass das Unternehmen „Seleggt“ intensiv versuche sie bis Ende des Jahres in allen Geschäften bundesweit anzubieten, so die Rewe Group. Daran beanstandet der Deutsche Tierschutzbund, dass es keinen Nachweis dafür gebe, dass der Embryo keine Schmerzen empfände. Darum schlagen Tierschützer eine frühere Geschlechtsbestimmung durch eine Infrarot-Spektroskopie vor.

Hochschule empfiehlt die "Zweinutzungshuhn"-Thematik

Alternativen werden erforscht. So hat auch die Tierärztliche Hochschule Hannover einen Vorschlag. Sie erläutert, dass die von ihr dreieinhalb Jahre erprobte „Zweinutzungshuhn“-Thematik angewendet werden sollte. Dabei könnten die Hennen für die Eiererzeugung und die Hähne für Fleischgewinnung genutzt werden. Diese Methode sei auch vor der Industrialisierung verwendet worden. Dabei legen die „Zweinutzungs“-Hennen statt üblichen 300 Eiern von Legehennen 250 Eier jährlich, so die Hochschule.

Was kosten Eier ohne Kükentöten?

Dass es weitere Alternativen gibt, zeigt ein Markt-Check der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Sechs von elf Lebensmittelmärkten bieten Eier „ohne Kükentöten“ an. Die Preis-Differenz zu herkömmlichen Eiern beträgt zwischen drei und 28 Cent.








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