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Eklat in Esens: Künstler Hans-Christian Petersen äußert sich zu Vorwürfen von Cyrus Overbeck


AH
   |   
02.11.2018
[0]

 
ESENS
 – 

Zu den Vorgängen beim Reformationsgottesdienst hat sich am Freitag der Künstler Hans-Christian Petersen geäußert. „Dass Cyrus Overbeck den Reformationsgottesdienst zu seiner Selbstdarstellung und zur Diffamierung meiner Person benutzt hat, empört mich“, schreibt er in einer Stellungnahme, und: „Da mein Name in dem Artikel des Anzeiger für Harlingerland nicht genannt wird, aber 500 Personen in der Kirche damit konfrontiert wurden, sehe ich mich leider gezwungen, auch inhaltlich auf die Äußerungen von Herrn Overbeck einzugehen, die mir im Manuskript vorliegen. Overbeck fühlt sich offenbar dazu berufen, die NS-Verflechtungen meines Vaters Wilhelm Petersen aufzudecken und anzuprangern und mir selbst nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen.“

"Cyrus Overbeck sorgt für Eklat im Gottesdienst" (1.11.2018)


Dazu schreibt Hans-Christian Petersen: Das Werk seines Vaters werde seit Jahren diskutiert. Seine politische Einstellung und seine Beteiligung als Künstler und Kriegsberichter in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg seien bekannt. „Für die kunsthistorische Forschung stelle ich als Vertreter der Urheberrechte Abbildungen zur Verfügung und lasse Abbildungen zu. So arbeite ich auch seit einigen Jahren mit der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg zusammen und habe eine große Auswahl Arbeiten und Informationsmaterial aus diesem Themenbereich der Wewelsburg dauerhaft überlassen.“


Falls die Werke seines Vaters für kriegsverherrlichende, rassistische oder ähnliche Zwecke genutzt werden und ihm dies bekannt wird, untersage er selbstverständlich deren Verwendung.


Petersen: „Dies ist meines Erachtens bei dem Buch ,Der Maler des Nordens’ nicht der Fall, auch wenn der Verlag (Grabert, gehört laut dem Verfassungsschutz „zu den größten Verlagsunternehmen innerhalb des rechtsextremistischen Spektrums“, Red.) dem rechten Spektrum zugeordnet werden muss. Als Autor bin ich in dem Buch mit einem Text vertreten, den ich anlässlich der Beisetzung meines Vaters verfasst habe. Daraufhin eine nationalsozialistische Gesinnung meiner Person zu unterstellen, ist absurd. Andere von Herrn Overbecks Behauptungen, die ich hier nicht weiter erwähnen will, erfüllen den Tatbestand der Verleumdung.“


Hans-Christian Petersen fügt hinzu: „Einen Vorwurf kann ich dem Pastorenehepaar Harke nicht ersparen: Ein Gespräch mit mir im Vorfeld des Gottesdienstes über das ihnen vorliegende Redemanuskript wäre angebracht gewesen. Ob sie die gesamte Rede nicht auch hätten unterbinden müssen, mögen andere beurteilen.“







Leserkommentare


5 Kommentare | Erstelle einen Kommentar

Hella Lencer  05.12.2018 17:45
Als zukünftige Bürgerin der Stadt Esens verfolge ich die Geschehnisse in Politik, Kultur und Kirche mit Interesse. Die Samtgemeinde Esens kann stolz sein, wenn sie sich jung, modern und geschichtsbewusst präsentiert – gerade und besonders als Urlaubsregion. Dazu gehört es, wenn Bürger Diskussionen anschieben, Fragen stellen, Missstände aufdecken und Kritik üben – auch unerwartet und von üblichen Gewohnheiten abweichend, wie es eben Cyrus Overbecks Art ist. Esens hat einen streitfähigen Bürger in ihm gewonnen, der Klartext spricht und „gegen den Strich striegelt“.
Dank Overbeck wird das Von-Eucken-Addenhausen-Projekt in Neuharlingersiel einer gründlichen geschichtlichen Prüfung unterzogen, so dass im Vorfeld Schaden für das Renommee der Region abgewendet werden konnte.
Denn wenn es um eine nationalsozialistische Orientierung geht, kann sich eine Gesellschaft keine Bemäntelung erlauben.
Apropos Klartext. Gerade heraus würde Petersen ebenfalls gut stehen. Seine verschleiernde Stellungnahme zu der Ansprache Overbecks am Reformationsabend lässt eine klare Distanzierung von der Gesinnung und der Beteiligung seines Vaters Wilhelm Petersen am nationalsozialistischen Regime vermissen. Daher muss er sich natürlich Fragen zu seinem politischen Wertesystem gefallen lassen. Zumal er den Produktionen des Wilhelm Petersen auf seiner Webseite ein unkritisches Forum gibt und sie zum Kauf anbietet. Möge Petersen doch öffentlich Farbe bekennen anstatt sich als Opfer einer Verleumdung darzustellen.
Last but not least mögen Frau und Herr Harke dem Aufruf Petersens zu Zensur und Behinderung der freien Meinungsäußerung getrost weiterhin nicht Folge leisten. Mögen sie weiterhin die Courage haben, dass die St. Magnus Gemeinde eine lebendige Plattform für Kontroversen und Denkanstöße bietet! Denn Kirche lebt von Auseinandersetzung und Dialog. Es konnte aus diversen kirchengeschichtlichen Gründen keinen besseren Anlass als den Reformationstag für den Anstoß der aktuellen Diskussion durch Cyrus Overbeck geben.
Antworten

Christa Spindler  16.12.2018 21:46
Der Anfangsverdacht nationalsozialistisches Gedankengut zu verherrlichen und zu vertreiben ist bisher nicht widerlegt worden und hat sich erhärtet. Antworten

Bernd Habben  05.01.2019 21:39
Wir leben in einer zum Glück recht freien Gesellschaft und wollen diese hoffentlich auch erhalten. Sachliche Kritik darf bislang öffentlich und mithin auch in einer Kirche geäußert werden. Wenn in einer Stadt wie Esens, die sich bemüht, die fatalen Folgen des Nazi-Regimes nicht vergessen zu lassen, um gerade einem Aufkeimen rassistischer oder gar nazionalsozialistischer Denkarten entgegen zu wirken, es nunmehr verboten sein soll, auf negative Entwicklungen hinzuweisen, wird mir bei dem Gedanken bange. Die Rede von Herrn Oberbeck enthielt lediglich Fakten und stellt damit wohl keineswegs eine Diffamierung dar. Diese Fakten waren anscheinend für alle überraschend - und die Wahrheit ist manchmal unangenehm.
Ein Autor sucht sich den Verlag seines Werkes sehr wohl nach der Zielgruppe seiner Leserschaft aus und der Verlag hat den gleichen Ansatz bei der Auswahl seiner Autoren. Wenn nun Herr Petersen z.B. den als rechtsextrem bekannten Grabert-Verlag für die Veröffentlichung seines Werkes auswählt, war dies ein Bekenntnis zu einem politischen Wertesystem, dem Herr Petersen in seiner Stellungnahme - leider - nicht widersprochen hat.
Eben dieser Querbezug besteht nun zu Herrn Petersen und damit auch seinen Werken. Und ev. wird jeder Besitzer seiner Werke nun hinterfragen, ob er diesen Querbezug hinnehmen mag.
Antworten

Bruno Kehrein, Grupello Verlag Düsseldorf  13.04.2019 19:51
Alain de Benoit (* 1943) gilt als der Vordenker der „Neuen Rechten“ in Frankreich. Er war Mitglied in der rechtsterroristischen Organisation „Jeune Nation“, die nach einem Bombenanschlag auf die Französische Nationalversammlung (1958) verboten wurde. Benoit versuchte seit den 1970er Jahren ganz Europa für die Ansätze der „Nouvelle Droite“ und der damit verbundenen Modernisierung der neofaschistischen Ideologie zu werben. In Kassel wurde 1980 das rechtsextreme Thule Seminar gegründet. Auf deren Homepage findet sich das Buch „Der Maler des Nordens“ sowie die Kontaktdaten von H. C. Petersen in Esens, Westerstraße 17. Der deutsche Verfassungsschutz bezeichnet Benoit als Chefideologen der Neuen Rechten.
Der Grabert Verlag ist ein großer Verlag des deutschen Rechtsextremismus. Der Verlagskomplex (Grabert-Hohenrain) verbreitet seit seiner Gründung (1953) dem Geschichtsrevisionismus zugeordnete Literatur. Mehrfach wurden Bücher aus dem Verlagsprogramm wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung Verstorbener eingezogen und/oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) indiziert. Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg zählte den Grabert Verlag 2012 zu den ältesten und bedeutendsten organisationsunabhängigen rechtsextremistischen Verlagen in Deutschland. Ebenso gehören antichristliche und antisemitische Polemik zum Verlagsprogramm. Für die Herausgabe der Sammlung „Grundlagen der Zeitgeschichte“ des Holocaustleugners German Rudolf (* 1964) erhielt der Verlag eine hohe Geldstrafe. 2007 verurteilte das Amtsgericht Tübingen den Verleger Wigbert Grabert (* 1941) wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten.
Hans Christian Petersen gab 1993 im rechtsextremen Grabert Verlag zusammen mit dem Kopf der „Neuen Rechten“ (Alain de Benoit) ein Buch über den NS-Rassemaler Petersen heraus (der von Adolf Hitler persönlich aufgrund seiner nationalsozialistischen Gesinnung zum Professor ernannt wurde), dessen nationalsozialistisches Werk H. C. Petersen somit verherrlicht. Es ist richtig und unbedingt notwendig, daß nun öffentlich über diese bisher unbeachtete nationalsozialistische Kontinuität in der BRD diskutiert wird.
Bruno Kehrein, Grupello Verlag Düsseldorf
Im April 2019
Antworten

Werner Kötter  31.05.2019 22:15
Zu Ihrer Schlagzeile vom 1.11.2018: "Cyrus Overbeck sorgt für Eklat im Gottesdienst" ist anzumerken, dass die Rede von Overbeck am Abend des Reformationstages im Gottesdienst in der St. Magnus Kirche nicht als Eklat zu bezeichnen ist. Eklat: „Substantiv, maskulin - Aufsehen, Knall, Skandal; [in der Öffentlichkeit] starkes Aufsehen erregender Vorfall“ (Duden)
Die Reaktion der anwesenden Gemeinde zeigte gespannte Aufmerksamkeit, gefolgt von eindeutig zustimmendem Beifall.
Einen Eklat mag daraus machen, wer will.
Man kann sich von der Atmosphäre in der Kirche in einem Video überzeugen. https://www.youtube.com/watch?v=YsWDWSF1Lbs (Cyrus Overbeck Kanzelrede zum Reformationsgottesdienst Sankt Magnus 2018)
Antworten
Autor des Artikels
Anzeiger für Harlingerland (AH)
Wittmund

Telefon: 04462 - 989-180
Fax: 04462 - 989-199
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